Der Eisenacher Hauptfriedhof kann in diesem Jahr auf eine 150jährige Geschichte zurückblicken. Aus diesem Anlass lädt die Stadtverwaltung am Sonntag, 11. November, zu einer Feierstunde in die Kapelle des Friedhofs ein. Anschließend werden zwei Führungen über den Friedhof und zu den jüdischen Begräbnisfeldern angeboten. Die Feierstunde beginnt 13 Uhr. 
 
Der Eisenacher Hauptfriedhof entstand in den Jahren 1867/68 im Norden der Stadt am Wartenberg. Auf dem heute „Alter Friedhof“ genannten Areal an der Kreuzkirche war nicht mehr genügend Platz für Begräbnisse - und die Eisenacher Bevölkerung wuchs damals stark an. Deshalb legten die Eisenacher außerhalb der Stadt am Wartenberg einen neuen Friedhof an, der am 19. Juni 1868 mit einer feierlichen Weihe offiziell eröffnet wurde. Die erste christliche Beisetzung erfolgte einige Wochen später am 29. Juli. Bereits vor der feierlichen Einweihung wurde am 31. März 1868 ein Mitglied der jüdischen Gemeinde auf dem neuen Friedhof beigesetzt.
 
In der Friedhofskapelle wird Oberbürgermeisterin Katja Wolf in feierlichem Rahmen die Festveranstaltung eröffnen und auf die Bedeutung des Friedhofes für das gesellschaftliche Leben – damals wie heute – aufmerksam machen.
In seinem Festvortrag erinnert anschließend Otto Könitzer vom Eisenacher Geschichtsverein an die Entstehung und Entwicklung des Eisenacher Hauptfriedhofes. Dabei wird er auch auf die jüdischen Grabstätten und deren Geschichte eingehen.
Die Festveranstaltung umrahmt die Organistin Dagmar Meyer musikalisch mit passenden Stücken auf der Hausorgel der Friedhofskapelle. 
 
Im Anschluss an die Feierstunde in der Kapelle und nach einer kurzen Pause werden zwei Führungen über den Friedhof angeboten, die gegen 14.15 Uhr beginnen. Dabei erläutert Otto Könitzer anhand verschiedener Grabfelder sowie exponierter Grabanlagen die Geschichte des Friedhofs. Ihm zur Seite stehen Beschäftigte der Friedhofsverwaltung, die die Begräbnisstätten zeigen und auch gern weitere Fragen beantworten, beispielsweise zu den unterschiedlichen Begräbnisarten, die auf dem Eisenacher Friedhof möglich sind.
 
Die zweite, parallel stattfindende Führung zu den jüdischen Begräbnisstätten auf dem Friedhof übernehmen Annelie Hubrich und Kirstin Heinecke. Beide engagieren sich seit längerem in einer Projektgruppe, die sich mit der Eisenacher jüdischen Geschichte beschäftigt. Zudem begleitet Thekla Bernecker als Kennerin jüdischer Riten, Gebräuche und Symbolik die Führung.
 
Gegen 16 Uhr, nach dem Ende der beiden Führungen, wird im Arkadengang der Friedhofskapelle zum Tee und zu Gesprächen eingeladen – musikalisch begleitet von der Eisenacher Musiktherapeutin Birgit Heichel auf der Harfe.

Quelle: PM Stadt Eisenach
 

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