Friedhofskapelle bekommt neues Parament

v.l. Hilde Heyduck-Huth, Maria Reise und Oberbürgermeisterin Katja Wolf

In der Eisenacher Paramentenwerkstatt wurde jetzt ein neues Parament für das Lesepult in der Kapelle des Eisenacher Hauptfriedhofes hergestellt. Ermöglicht hat dies der Förderverein Paramentenarbeit in Thüringen am Diakonissenmutterhaus Eisenach e.V.. Paramentikerin Maria Reise überreichte heute (5. Mai) den Lesebehang offiziell an Oberbürgermeisterin Katja Wolf.

 

In der Friedhofskapelle hat das Lesepult seit heute ein neues Parament. Dabei handelt es sich um ein 40 mal 60 Zentimeter großen Behang mit einem Kreuz als christlichem Symbol. Angefertigt hat das neue Parament Maria Reise in ihrer Eisenacher Werkstatt. Den künstlerischen Entwurf dazu gestaltete Hilde Heyduck-Huth aus Bad Orb. Gemeinsam überreichten sie den handgewebten Behang heute an Oberbürgermeisterin Katja Wolf. „Das Parament ist ein wichtiger und wertvoller Teil unserer Erinnerungskultur, die dank Ihres Engagements fortbesteht“, sagte sie und dankte den Paramentikerinnen für ihre Initiative. Ein herzlicher Dank ging ebenso an den Förderverein Paramentenarbeit in Thüringen am Diakonissenmutterhaus Eisenach e.V. für die großzügige Unterstützung. Der Verein übernahm die Kosten für das neue Parament in der städtischen Friedhofskapelle.

 

Auf dem Behang steht ein vierfarbiger Kreis im Zentrum, die eckigen Flächen orientieren sich an der farblichen Gestaltung der Kapelle. Angefertigt wurde er in der Gobeline-Webtechnik. „Hierbei wird nicht mit den bekannten Weberschiffchen gearbeitet. Die selbst gefärbte Wolle wird per Hand in das Webfach des Hochwebstuhles eingelegt Auf diese Weise werden Farben und Formen des Entwurfs umgesetzt“, erklärte Maria Reise.

 

Auch das alte Parament war einst in der Werkstatt im Diakonissenmutterhaus angefertigt worden. „Aber nach über 30 Jahren war es verschlissen. Deshalb haben wir uns bei unserem Förderverein für ein neues Parament eingesetzt“, berichteten Maria Reise und Gabriele Backhaus. Sie betreiben die Eisenacher Paramentenwerkstatt seit 2006 als privates Unternehmen.

 

Von der ersten Idee über die Gestaltung des Entwurfs bis zum fertigen Parament dauerte es 45 Arbeitsstunden. Der neue Lesepult-Behang in der Friedhofskapelle hat einen Wert von etwa 1000 Euro.

 

 

Paramente

Paramente sind Textilien, die im Kirchenraum Verwendung finden. Dazu gehören beispielsweise Altar- und Abendmahlstücher, Behänge für Kanzeln und Lesepulte oder Wandbehänge. Die Paramente sind meist künstlerisch aufwändig gestaltet und werden in Handarbeit angefertigt. In der Eisenacher Werkstatt entstehen die Paramente bis heute in Gobeline-Technik. Für die Webarbeiten werden Wolle oder Leinen verwendet. Das Wort Parament wird vom lateinischen „parare“ abgeleitet und bedeutet „bereiten“ oder „zurüsten“.

 

Geschichte der Paramentenwerkstatt in Eisenach

Bereits 1895 gründete sich der Thüringer Paramenten-Verein in Rudolstadt. Das Herstellen von Paramenten für Thüringen übernahm dann 1927 das Evangelisch-Lutherische Diakonissenmutterhaus in Eisenach. Die Paramentenwerkstatt wurde 2006 privatisiert. Die ausgebildeten Paramentikerinnen Gabriele Backhaus und Maria Reise fertigen seither unter dem Namen „Textilkunst im Kirchenraum“ deutschlandweit für Kirchgemeinden oder private Interessenten handgewebte Paramente. Ihre Arbeiten präsentieren sie auch in mehreren Ausstellungen. Die Paramentenwerkstatt in Eisenach ist die einzige in Thüringen.