Trauerfeiern besser verstehen

v.l. Bm Andreas Ludwig, OB Katja Wolf, Claus Zuschlag, Uta Lapp, Petra Braun, Horst Leifer

Neue Höranlage in der Trauerhalle des Eisenacher Hauptfriedhofs

Hörgeräteträger können ab sofort Trauerfeiern auf dem Eisenacher Hauptfriedhof besser verstehen. Dafür sorgt die neue induktive Höranlage. Die dazugehörige Technik garantiert, dass störende Nebengeräusche ausgeblendet werden. Das Audiosignal wird direkt an das Hörgerät übertragen, Sprache und Musik sind damit besser verständlich. “Das ist eine wichtige Einrichtung für Menschen mit Hörproblemen”, sagt Oberbürgermeisterin Katja Wolf.

 

Zusammen mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung, der Behindertenbeauftragten Petra Braun sowie Vertretern des Schwerhörigen-Vereins Eisenach e.V. stellte sie die neue Höranlage heute (7. Juli) der Presse vor.

 

In der Trauerhalle selbst ist von der technischen Neuerung nicht viel zu sehen. Der erforderliche Draht (Ringschleife) befindet sich im Fußboden, im Bereich des Heizungskanals. Da der Heizungskanal und damit auch der Draht durch die gesamte Halle verläuft, auch an den Wänden entlang, ist die Tonqualität an jedem Platz in der Halle optimal. Der verlegte Draht ist mit einem Verstärker verbunden, der in etwa so groß wie ein Radio ist. Der Verstärker steht im Technikraum der Trauerhalle. Er sorgt dafür, dass die Anlage überhaupt funktioniert. Zu Beginn einer Trauerfeier müssen die Friedhofsmitarbeiter nur den Verstärker anschalten. Alles andere läuft vollautomatisch. Zur Anlage, die von der Firma Sedelmayr eingebaut worden ist, gehört auch ein spezielles Mikrofon am Rednerpult. Der Einbau der Anlage kostete 800 Euro, hinzu kommen rund 180 Euro für ein Testgerät. Das Testgerät ist wichtig, damit die Friedhofsmitarbeiter überprüfen können, ob die Höranlage funktioniert. “Ich danke der Behindertenbeauftragen Petra Braun ganz herzlich für ihren Einsatz”, sagte Katja Wolf. Denn die Höranlage ist mithilfe von Spendengeldern finanziert worden. Das spezielle Mikrofon sponserte die Firma Sedelmayr. Mitglieder des Schwerhörigen-Vereins hatten die Höranlage bereits im Vorfeld getestet und für gut befunden.

 

Induktive Höranlage

Das System besteht aus einer Signalquelle (Mikrofon), einer elektronischen Verstärkerschaltung, einer als Sendeantenne wirkenden Induktionsschleife und dem Hörgerät als Empfangsgerät. Der verlegte Draht (Ringschleife) ist mit dem Verstärker verbunden. Wir die Anlage eingeschaltet, erzeugt die Ringschleife ein elektromagnetisches Feld. Dieses sorgt dafür, dass in der Induktionsspule des Hörgeräts durch elektromagnetische Induktion ein elektrischer Strom entsteht. Der Strom ist in gleicher Weise moduliert wie das ursprüngliche Audiosignal. Im Hörgerät wird dieser durch den Audioverstärker verstärkt und über den Schallwandler an das Ohr des Trägers geleitet. Wichtig ist, dass das Hörgerät über eine Induktionsspule verfügt.

 

pm Stadt Eisenach 07.07.2014